Dienstag, 25. August 2015

Ein Zeichen setzen ... this is not okay!

Den Spruch kann man ja zur Zeit an viele Stellen verwenden:

This is not okay!

- Die aktuelle Flüchtlingssituation - Menschen, die vor Krieg, Vergewaltigungen und Hunger fliehen.... this is not okay!
- Billigste Nahrungsmittel um jeden Preis und sobald etwas eine Delle hat, wird es lieber noch weggeworfen... this is not okay!
- Das Produkt Tier - die in engen Ställen ohne Tageslicht gehalten werden, nur damit wir das billigste Fleisch bekommen ... this is not okay!

- Plastikmüll, der in den Ozean geschmissen wird und damit die Meereslebewesen gefährden...this is not okay!

und und und.......eine endlos lange Liste!

Was können wir tun?
Flüchtlingen helfen, Fleisch gar nicht essen, oder darauf achten wo es herkommt, Plastik vermeiden, Müll vermeiden........ helfen, wo es geht und bewußt mit uns, unserem Leben und unserer Umwelt umgehen.

This is not okay!
Auch nicht, wie viele Textilien hergestellt werden. Habt Ihr Euch schon mal darüber Gedanken gemacht, wo und wie ein Shirt für 1,99 € hergestellt wird? Warum ist das so billig?
Um ein einfaches Shirt zu nähen brauche ich mindestens eine Stunde (und ich bin geübt) - Materialkosten gibt es auch noch - würde ich sowas für so wenig Geld produzieren können? Unter welchen Bedingungen muß so was dann hergestellt werden...

Letztes Jahr habe ich vom norwegischen Fernsehen gebannt die Doku-Reihe über die Mode-Blogger in Kambodsha verfolgt - erschreckend, rührend und aufwühlend war das (hier geht es zum Sweatshop Videos). 
Grundsätzlich begrüße ich es, dass die Menschen dort Arbeit haben, sich und ihre Familien ernähren können. Aber müssen es solche Bedingungen sein? Müssen Brandkatastrophen erfolgen, weil an Sicherheitsvorkehrungen gespart wird? Müssen Kinder arbeiten, nur damit ich ein günstiges Shirt habe?
Nein - nicht wegen mir! Ich versuche das zu vermeiden - so wie auch versuche lokal, bewußt, ökologisch und vernünftig einzukaufen. Da mache ich auch vor Textilien, Eier und Fleisch kein Halt - Billig muß nicht alles sein. Aber ich mache das nicht dogmatisch - auch ich gehe mal in A*di oder in H&*, aber wenn möglich eben auch nicht.

Und ich hab auch Verständnis dafür, dass es Menschen gibt, die dort einkaufen müssen, weil sie sich sonst nichts leisten können, oder Teenies die Mode entdecken und mit kleinem Taschengeld gerne selbst etwas kaufen wollen. Aber die Wertigkeit, die heutzutage mit Kleidung verbunden wird, die ist falsch positiniert. Früher hat man wenig gehabt, dies wertgeschätzt und gepflegt. Heute ist Kleidung Massenware, billig und eigentlich schon eher ein Wegwerfprodukt, oder?

Also wie kommen wir da wieder raus?
Bei Lebensmittel gibt es ein Umdenken - Bio, Regional, Saisonal. Wer schon mal selbst eine Tomate oder eine Gurke im Garten gepflegt hat, schätzt den Verzehr um so mehr!
Bei Tieren gibt es ein Umdenken - Bio, Regional, keine Legebatterien mehr, beim Fischfang Delfine schützen, ....
Bei Müll gibt es ein Umdenken - Mehrweg, sortieren, vermeiden....
Hofffentlich auch bald ein vernünftiger Umgang und Umdenken bei den Flüchtlinten.....
und bei Kleidung versuchen auch ein Zeichen zu setzen!

Ein Zeichen kann ich mit meiner Familie hier auch setzen - unter anderem damit, dass ich viele unserer Kleidung selber mache. Nicht alles -auch wir kaufen mal bei den großen Ketten ein. Aber nicht viel, und vor allem so wenig wie  möglich.
Zum Glück gibt es immer mehr Fair-Trade und Fair-Mode -also ändert sich auch hier das Bewußtsein. Und zum Glück machen auch immer mehr Menschen ihre Kleidung selber und haben Spaß dran:
Selbstgemachte Kleidung hat einfach einen (Mehr-)Wert - wird vererbt, wird verändert, wird aufgetragen. Manchmal begleiten uns Shirts, Kleider viele Jahre (geflickt, verlängert, vererbt, aufgemotzt, wie auch immer).
Glücklich kann ich mich schätzen, dass ich es selber machen kann und mir natürlich auch die durchaus teueren Zutaten dazu kaufen kann. Denn Selbermachen ist nunmal nicht billiger.
Und Selbstgemacht wird durchaus viel ... schaut man sich nur mal die Creativ-Blogger-Szene an... unter anderem den MeMadeMittwoch .... 200-300 Frauen jede Woche präsentieren Outfits - selbstgemacht. Oder RUMS ... auch hier 200-300 Beitrage von selbsterstellen Dingen für die Frau- und das jede Woche. 
 
Wertigkeit für die Dinge, die uns umgeben, das ist mir wichtig. Ein Kleidungsstück braucht Zeit, bis es erstellt ist, daher kosten die Dinge auch mehr als in den großen Shops. Da ich auch Einzelstücke und Accessoires verkaufe, stehe ich leider in Konkurenz mit den Modeketten und leider verliere ich oft, da die Schals, Taschen und Shirts halt teuerer sind und für manche eben zu teuer. Aber hat man sich eben mal Gedanken gemacht zu welchem Preis?

Womit kann ich nun ein Zeichen setzten?
Susanne von Mamimade hat aufgerufen zu einer interessante Aktion "This is not okay"  - ein Statement-Katalog, welcher Aufrütteln soll für die Mißstände der Textilnäher und -näherinnen. Ich möchte keinem einen Arbeitsplatz wegnehmen oder streitig machen  - aber man kann die Bedingungen ändern...



Ich finde die Aktion gut und möchte gerne mitmachen - nur mit welchem Outfit?
Bei der Sichtung des Schrankes hatte ich die Qual der Wahl - es wird immer mehr im Schrank. Einzig bei den Schuhen muß ich passend und auch bei Hosen habe ich keine große Auswahl
Aber hier ein paar meiner Freizeit-Lieblingsstücke:


 Das erste Outfit ist der Rock Amy von Farbenmix und das TankTop von meiner lieben Claudia von Ki-ba-doo


 Das zweite Outfit ist der Jersey-Rock von ki-ba-doo und das Top FrauLuise von Schnittreif

 Das dritte Outfit ist ebenfalls FrauLuise von Schnittreif und eine Jersey-Hose aus dem Heft Stiched by you (Modell 5), das Armband habe ich aus Jersey-Resten selbst geflochten. Dies wäre mein Wunsch-Outfit für die Aktion - das zweite (hier rechte) Bild soll es ein!


 Das Kleid ist aus der holländischen Knip-Mode, die es inzwischen zum Glück auch auf Deutsch gibt unter dem Namen FashionStyle.

Die Qual der Wahl, der Schrank hat noch viel mehr hergegeben, aber eben hauptsächlich Oberteile, welche ich dann mit Kaufhosen kombiniere - aber das war ein NoGo für diese Aktion.

Liebe Susanne, präsentieren würde ich mich gerne mit dem Outfit Nummer Drei, also der bunten Hose und dem scharzen Top. Was meinst Du? Paßt das?
Hoffe die Fotos genügen von der Qualität - mein Mann hat sich allerlei Mühe gegeben, aber wenn ich  mir die tollen Fotos der anderen Nähbloggerinnen ansehe, habe ich ein etwas mulmiges Gefühl. Bitte melde Dich bei mir, wenn Du es größer, mit mehr grün oder auch schärfer brauchst! Bitte, bitte...

Nun bin ich gespannt, was diese Aktion auslöst - positive Vorschußlorbeeren gab es viele - aber wie wird der Katalog aussehen, wie wird er ankommen? Man darf gespannt sein!




Kommentare:

verfuchstundzugenäht hat gesagt…

Die Hose knallt! Hervorragend!!!

LuLu hat gesagt…

Ich glaube, der Katalog wird wunderschön und einzigartig mit jeder persönlicher Seite! Deine Outfits und du sehen toll aus :-)
Liebe Grüße,
Lee