Donnerstag, 15. Dezember 2016

BigMoneyBag von ki-ba-doo

Heute möchte ich Details zur BigMoneyBag von ki-ba-doo geben. Das Schnittmuster war das erste eBook von Claudia aka FrauLiebstes und ist 2011 erschienen.
Ich nähe ja Probe bei ihr und muß sagen, da ist schon ein großer Unterschied zwischen diesem ersten eBook und den heutigen. Was für eine Entwicklung: Designtechnisch, Erläuterungstechnisch etc. Respekt, Claudi - das kann sich sehen lassen!

Aber ich darf Euch schon folgendes verraten: eine Überarbeitung ist geplant!



Was zeichnet das Schnittmuster aus?

Was ich hier recht angenehm finde ist die kleine Anzahl an Schnittteilen. Daher ist man sowohl vom Vorbereiten des Schnittmusters, als auch vom Zuschnitt her recht zugüg fertig.
Es gibt keine separten Zuschnittsvorlagen für die Einlagen, laut Anleitung wird man darauf hingewiesen, von welchem Teil man wieviel aus Stoff und wieviel aus Vlies braucht. Eine schöne übersichtliche Tabelle bzgl. Anzahl der Schnittteile.
Was ich leider in der Anleitung nicht finden konnte ist ein Hinweis darauf, dass man die Vliesteile kleiner zuschneiden soll/kann. Wenn man dies nämlich gleichgroß wie die Stoffteile macht, dann hat man an den Kanten doch recht viel Material zum abnähen. Das finde ich eher nicht so schön. Daher habe ich mir alle Vliesteile OHNE Nahtzugabe zugeschnitten, bzw. am Ende dies wieder weggeschnitten. Das würde ich Euch auch empfehlen, denn dann kann man eine schönere Versäuberung machen und die Börse liegt nicht so knubbelig in der Hand.
Zudem ist bei den Schnittteilen eine Nahtzugabe von 1 cm enthalten, dies ist gut sichtbar auf den Schnitteilen markiert.
Am Ende habe ich mir die Maße der Schnitteile aufgeschrieben, dann kann ich den Zuschnitt noch exakter gestalten. Denn das haben alle Modell gleich: exaktes Zuschneiden ist mega wichtig, denn dann wird der Geldbeutel auch schön symetrisch und wertig.

Das Modell ist eher einfach gehalten in der Aufteilung der Inhalte: 12 Kartenfächer, ein (flaches) Münzfach und ein Fach für die Geldscheine. Das Modell kann komplett aufgeklappt werden und wird nicht mit Innen-Seitenteilen (die Ziehharmonika an den Seiten) zusammengehalten. Das muß man bedenken, denn so eine Börse muß ja gut in der Hand gehalten werden können, wenn man nach Geld kramt.



Nachdem ich nun alle Modelle genäht habe, würde ich sagen gehört die BigMoneyBag in die Kategorie "Nicht-Falt-Geldbeutel". Man näht seine Einzelteile und setzt das am Ende zusammen - kein kompliziertes falten mit Berg- und Talfalten, sondern alles ganz geradlinig.
Dadurch ist das Modell aber einfach zu nähen und ich würde sagen - absolut Anfängertauglich!

Die Anordnung der Innenteile hat mir persönlich nicht gefallen: das scheint mir zu unpraktisch zu sein.  Da die Börse mit einem losen Riegel und Klett verschlossen wird, hätte ich dann zuviel in der Hand gehalten. Oh je, verseteht ihr was ich meine? Das Geldfach ist in der Anleitung außen und dann die Kartenfächer alle aneinander - das fand ich unpraktisch in der Hand.
ABER: der Vorteil gleichzeitig ist, dass man die Anordung der Teile eigentlich ganz gut an die eigenen Bedürfnisse anpassen kann. Gerade weil es hier nicht über eine komplizierte Faltenlogik geht.

Das hab ich für mich auch so gemacht.
Im Original ist außen das Münz-/Scheinfach und dann kommen innenliegend (sich anschauende) Kartenfächer.
Ich habe das Münz/Geldfach in die Mitte verlegt und jeweils außen die Kartenfächer gelegt. Wie gesagt, das kann man ganz gut variieren.





Fummelig fand ich die Teile für die Kartenfächer. Muss aber auch sagen, ich hab es nicht so mit Kleinteilen.
Die werden ja einzeln genäht, da keine Falterei und müssen auch einzeln gewendet werden. Da empfiehlt sich das Wendewerkzeug von Prym (hier verlinkt zum Nähpark, gibt es aber in vielen gut sortierten Kurzwarenregalen), denn sonst ist es recht fummelig.
Empfohlen wird hier die Teile zu wenden, zu bügeln und zur Seite zu legen. Laut Anleitung liegt die Naht dann unten. Vielleicht wäre hier es besser, die Naht eher in die hintere Mitte zu legen, dann wird das nicht zu knubbelig.
Auch werden die Fächer an der Oberkante nicht abgesteppt, aber das fände ich auch besser, dadurch wird das dann etwas wertiger.

Das  Münzfach hat vier Stoffteile, damit es innen wie außen schön aussieht. Zwei davon werden verstärkt, aber mir war nicht ersichtich welche der vier Teile. Das gibt die Anleitung nicht her, vielleicht läßt es sich auf den Fotos erkennen, aber ich hatte leider nur einen schwarz-weiß-Ausdruck.

Der Riegel wird mit Klett verschlossen, das finde ich ja ganz praktisch. Einen Nähfehler hab ich hier aber auch gemacht, denn auf meinen schwarz weiß Bilder habe ich erst am Ende gesehen, dass die Riegel einmal oben -hinen und einmal unten-vorne angbracht werden, sonst klappt das nicht mit dem schließen.

Nun kann man alle Teile zusammensetzen - wie gesagt, auch gut variieren, wie man das gerne selber haben möchte. Einfach feststecken und dreifach zusammenfalten, dann sieht man das ja schon.
Dann alles festnähen und auch den Riegel an den Oberstoff in der Nahtzugabe anbringen.
Auch hier habe ich was geändert. Wenn man den Riegel nur in der Nahtzugabe hat, dann ist mir das zu lose gewesen. Daher habe ich das Oberteil auch gedrittelt und den Riegel auf das untere Drittel komplett festgenäht - das gibt dann mehr Griff und Halt. Aber auch hier Geschmackssache.

Dann alles Zusammennähen und wie üblich wenden. Die Wendeöffnung liegt bei diesem Modell in der Seitennaht. und wird durch das Absteppen des gesamten Geldbeutels verschlossen.

Was  man auch merkt, ist durch das Alter des Schnittmusters, die Verwendung der Materialien. Es wird hier Vlies H250 zur Verstärkung empfohlen. Das ist ja nicht mega-stabil (hat aber den Vorteil, dass man es gut wenden kann).
Inzwischen gibt es ja viele stabilere Vlieseinlagen, wie Decovil oder Soft&Stable oder gar Empfehlungen für gänzlich andere Verstärkungen abseits der klassichen Vlieseinlagen. Aber dazu an andere Stelle mehr.
Durch das H250 ist der Geldbeutel jetzt nicht mega fest, aber das macht halt das Wenden einfacher. Je nach Können und Lust, könnte man aber durchaus eine stabilere Einlage für die beiden Außen- und Innenseiten wählen.
Der Riegel, bei mir aus Kunstleder, verstärkt am Ende dann nochmal den Geldbeutel.

Wie gesagt, ich finde das Modell gut anfängertauglich, allerdings hatte ich  mit der Anleitung zu kämpfen. Die heutigen von kibadoo sind viel einfacher zu verstehen, aber da tut sich hier ja was!

Ein schönes, eher einfaches Modell, was ich sicherlich (mit meinen individuellen Anpassungen) gerne öfters nähen werden.
Das Schnittmuster kostet 4,90€ und könnt ihr erwerben bei ki-ba-doo.

Und falls ihr zum ersten Mal eine Börse näht - laßt Euch beim ersten Mal nicht entmutigen: der zweite und dritte geht dann fast von alleine!



Kreative Grüße
mini-wölkchen





Text zur BigMoneyBag aus der Produktseite von ki-ba-doo

Nähanleitung &Schnitt
Geldbörse
big-money-bag
big-money-bag ist eine Geldbörse in der länglichen Form, aber dennoch handlich.
Maße zusammengefaltet 20x9,5 cm
Sie bietet ein großes Kleingeldfach, welches per Reißverschluss geschlossen wird.
Dahinter ist Platz für Geldscheine und andere Papiere.
Im Mittel und Seitenteil ist genügend Platz für 12 Karten, die auch doppelt belegt werden können.
Ein Herausfallen der Karten ist durch den Schnittaufbau nicht möglich!
Verschlossen wird die Börse mit einem breiten Riegel, der je nach Wunsch in der Breite verändert werden und mit Klett oder Druckknöpfen ausgestattet werden kann.
Die Börse kann prima aus Stoffresten hergestellt werden oder auch ganz edel aus Filz oder Leder.
Bitte beachtet allerdings bei diesen Materialien, dass nicht jede Nähmaschine solch dicke Materialien gut verarbeitet.
Ihr könnt die Geldbörse auch mit Stickereien und Bändern zusätzlich verzieren.
Ihr bestellt das Ebook/Nähanleitung + Schnitt und KEINE fertige Geldbörse!
Das Ebook umfasst 32 Seiten.
Genähte Einzelstücke dürfen gerne verkauft werden.
Das Kopieren und die Weitergabe der Anleitung und des Schnittmusters sowie die Massenproduktion sind NICHT gestattet.
Für Fehler in der Anleitung kann keine Haftung
übernommen werden.
Alle Rechte des ebooks liegen bei Ki-ba-doo 2012



verlinkt bei
 RUMS

1 Kommentar:

mo.ni.kate hat gesagt…

Was für eine Arbeit die du dir machst Nicole. Wahnsinn.
Ich habe den Geldbeutel auch einmal genäht, kam aber mit der Lasche nicht zurecht. Ich brauche Kellnergeldbeutel - nicht sogroß, aber die Art. Aber das lernt man ja beim Nähen.
lg monika