Donnerstag, 21. September 2017

Gedanken, viel Text und dennoch hübsche Bilder

 Gibt es hier noch jemanden?

sorry, schon zwei Monate wieder hier seid ich mich auf diesem Kanal gemeldet habe, aber wer mir auf Instagram oder FB folgt, der hat mitbekommen, was so alles passiert ist.

So viel Pech in diesem Sommer! Es fällt mir schwer das alles in Worte zu fassen oder jetzt schon irgendwie einen klaren Weg zu erkennen, wohin mich meine Lebensreise gerade führt. ABER und das ist erstmal wichtig: es geht uns gut und wir sind gesund. Zählt nicht das im Leben? Alles andere wird sich wieder richten, ganz sicher.


Kennt ihr das? Manchmal stellt einem das Leben einen Hindernislauf vor die Füße und man muss sich entscheiden, wie man damit umgeht. Krabbelt man darüber oder entscheidet man sich vielleicht dafür außen herum zu laufen oder dreht man gar einfach um oder verharrt in Starre vor dem Hindernis?
Vor zehn Jahren habe ich angefangen mit Nähen. Wie so viele Frauen hat alles mit meinen Kindern angefangen und ich habe das Wissen herausgekramt, welches mir meine Oma hinterlassen hat. Mit den ersten schönen Teilchen kamen Wünsche von Freunden und dann auch bald Anfragen und ich hatte das Gefühl, etwas gefunden zu haben, was mich erfüllt. Kann man damit vielleicht sogar erfolgreich sein?
Da ich ein Oberkorrekto bin, bin ich auch den ganzen offiziellen Weg gegangen mit Gewerbenmeldung, Behörden, Verbände etc. Viel Aufwand, nicht mit dem Ziel reich zu werden, sondern alles richtig zu machen. Und ja ein Traum war da, vielleicht ein zweites Standbein zu haben und neben den Kindern was sinnvolles von Zuhause aus zu machen. Einen Businessplan und ein konkretes Geschäftsmodell mit einem Alleinstellungsmerkmal hatte ich nicht. Big Business war nicht das Ziel. Ich habe ja einen Job, also einfach mal machen, war die Devise.Wenn erfolgreich, dann werde ich da schon reinwachsen. Letztendlich bin ich BWLler und war mir sicher das zu meistern.
Mein Traum dahinter? Was mit meinem Händen zu gestalten, andere glücklich zu machen und letztendlich  mit meinem Label bekannt zu werden und vielleicht in der Näh-/DIY Szende einen Namen bekommen. Ich träumte von Kooperationen und der Möglichkeit Neues kreativ auszuprobieren können, von Anfragen großer Hersteller im Kreativbereich.

Zehn Jahre später zwingt mich nun "das Leben", das was hier so passiert und eingetreten ist Resümee zu halten und zu überlegen, ob mein Traum von Damals, mein Ziel, meine Pläne tatsächlich noch so aufrecht zu halten sind. Ist das was hier gerade abläuft, das was ich will? Oder muss ich mir nicht eingestehen, dass der Traum geplatz ist? Hab ich mich nicht vielleicht verlaufen auf meinem Lebensweg? Passt die aktuelle Situation noch zu meinem Wünschen?
Wer träumt nicht von der Million im Lotto oder vom erfüllten Leben auf einer einsamen Insel oder gar vom romatischen Landhaus am Bach?
Es läßt sich halt nicht alles realiseren im Leben.
Denn das was ich mir erhofft habe, wo ich für dich viele viele Stunden gearbeitet habe,  hat sich letztendlich nicht eingestellt.
Schlimmer noch, Ärger habe ich bekommen und durch ein blödes Unglück wurde gleichzeitig noch mein Schaffensraum zerstört.
Ist das Schicksal? Ich glaube ja an sowas überhaupt nicht, und trotzdem zwingt es mich gerade nachzudenken.
Online zu sein, bedeutet angreifbar zu sein. Ein Komma an der falschen Stelle, eine blöde Formulierung, die nur Gutes beabsichtigt hat, macht einem angreifbar und schwups-di-wups hat man Ärger. Unsinnig, für mich moralisch bedenklich, aber durchaus alles rechtens.

Dann gleichzeitig noch ein Unglück hier im Kreativbereich - ein Wasserschaden hat alles unter Wasser gesetzt. Material hinüber, Möbel hinüber, Produkte hinüber.
Ja, muss denn alles gleichzeitig passieren?
On Top und vor lauter Stress nicht aufgepasst habe ich mir dann auch noch den Zeh gebrochen.

Also liebes Schicksal, was willst Du mir sagen?
Ist meine Reise noch richtig? Soll ich über die Hindernisse krabbeln? Krönchen richten und weitermachen. Oder doch mal überlegen, wo mein Weg hingeht?
Was sind oder waren denn meine Ziele? Die Zwangspause hier hat mir gutgetan - ich hab innehalten müssen und mich neu sortiert.

Ich nähe gerne, ich bin sehr gerne keativ. Daran hat sich nichts geändert. Glücklich war und bin ich dies mit meinen Probenähaufträgen erreicht zu haben. Auch eine kleine Kooperation habe ich ja erreicht und darüber freue ich mich sehr.

Aber bin ich mit meinem Shop erfolgreich? Nein. Der Aufwand eine Online-Shop zu betreiben, steht für mich nicht im Verhältnis zum Erfolg.  Mich erfüllt es für andere was schönes zu machen, aber davon kann man nicht leben. Und die Kosten die damit verbunden sind, sind enorm.
Letztendlich lohnt sich der Online-Shop nicht - Aufwand und Erfolg stehen in keinem Verhältnis.
Ich möchte wieder  mehr Zeit haben und nicht immer den Druck haben, was liefern müssen, was für den Shop zu nähen oder einen mega Post vorzubereiten.
Ein Trainer im Job 1.0 hat mal gesagt, Entwicklung hat auch was mit Entfaltung zu tun, sich zu ents-wickeln, nach vorne zu blicken.

Also: ich möchte kreativ sein, ich möchte nähen, mich erfüllt das Probenähen und das ausprobieren von neuem Material, neue Ideen umzsetzen. Darauf möchte ich wieder mehr Wert legen. Kreativität leben - denn das macht Spaß!

Aber auch meine Familie erfüllt mich, meine anderen Hobbies, Sport zu machen und ja auch mein Job 1.0 macht mir Spaß. Mein Garten, mein Haus, meine Küche, hier überall bin ich gerne kreativ.

Also nutze ich doch die Unglücke hier und reflektiere mich.
So wird der Weg so langsam klar.... das Kreativreich wird gerade wieder aufgebaut, das darf einfach nicht aus meinem Leben verschwinden und es enstehen hier schon wieder tolle Ideen: Gestaltungsideen für die Räume, Ordnungssystem, Nähideen, Projekte....

Ich möchte weiter ein Teil der Kreativszene und Nähszene sein, auch wenn ich mich vom Wunsch der vielen Follower frei machen möchte. Dafür sind wir einfach zu viele.

Ich möchte weiter meine Rezepte für glutenfreie Sachen entwicklen aber ohne Zwang. Ein Mischblog ein Mischprofil, wie ich gestartet bin als Tagebuch meiner Kreativtät.
Mir macht Instagram, Facebook und Co Spaß, aber es soll kein Zwang sein, kein Druck nach neuen Followern.
Die Kreativität soll mich erreichen, nicht der Zwang mich hindern kreativ zu sein.

Viel Text für meine Verhältnisse, aber das mußte jetzt einfach mal sein. Eine physische echte Baustelle im Kreativreich und auch eine Baustelle in mir drin.

Ich war nicht untätig ohne Kreativzimmer, sondern wie früher am Küchentisch tätig. Mit einfachsten Mitteln. Und auch das hat Spaß gemacht.
Vieles hab ich in den letzten Wochen gemacht, davon auch hier ein kleiner Eindruck eines bunten Allerlei's (Fotos zu den Probenähthemen von DieKomplizin, Ki-Ba-Doo und Lillesol&Pelle folgen die Tage separat):

eine wunderschöne Kombi nach den Schnitten von Hedi näht aus FrauAva und FrauJette:




Ich habe Socken gestrickt - und damit auch gleich bei einem coolen Socken-Knitalong teilgenommen:




Ein UFO aus der Strickkiste ist endlich fertig geworden: das einfachste Dreieckstuch der Welt:
Anleitung gibt es hier 


Eine Strandtasche / Korbtasche habe ich gepimt mit Material von Snaply und Namijda:
(Zum lettering auf Snappap werde ich noch eine separaten Blogpost schreiben)




und vieles glutenfreies gebacken, aber auch dazu an anderer Stelle mal mehr.

Irgendwas worüber ihr gerne mehr wissen wollte? Dann schreibe ich gerne etwas dazu.

Also, auf zu neuen Ufern, es lebe die Kreativität und wieder Spaß haben!
In diesem nachdenklichen, aber inzwischen optimistisch positiven Sinne