Freitag, 8. Dezember 2017

Schnittmodifikation - make your own style

Kennt ihr den Hashtag #makemyownclothes auf Instagram?
Ich setzte heute noch einen drauf und mache daraus mal einen #makeyourownstyle.
Warum und Wie das schreibe ich nun...

Für Teenies nähen ist ja nicht mehr so einfach. Dazu habe ich schon öfters geschrieben, und wer größere Kinder hat, der kennt das Thema sicher auch.
Da muss es dann auch mal ein Hoodie einer bekannten Sportmarke sein oder es muss gerade der angesagte Pulli der Schule sein, den es beim Kleidungsschweden zu kaufen gibt. Auch okay...
Aber dennoch schätze ich es und glücklicherweise auch meine Kids, wenn es noch selbstgemachte Kleidung ala Mama gibt.
Warum? Weil der Aufdruck auf den Kaufshirts blöde ist, weil die Farbe nicht die Lieblingsfarbe ist, weil die Größe nicht passt und weil einfach auch Mamas Sachen schön sind ,-)

Für kleine Kids zu nähen ist es noch recht einfach und mit schönen Stickies und tollen Stoffen kann man ganz schnell ein super individuelle Einzelstück daraus machen.
Aber werden die Kids größer wird es schwieriger: Stickmotive für Große? Finden Teenies oft nicht cool. Patches, gehen gerade noch so, aber auch nicht immer.

Ich versuche Inspirationen für die Modelle dann mit den Kids gemeinsam zu sammeln und sie sagen mir auch ganz gezielt, was ihnen gerade so gefällt: Stilrichtungen, Farben, Schnitte oder ähnliches.

Das sammle ich dann und mache mir in meinem kleinen Nähreich, dann auch kleine Moodboards an der Wand.

Nun war mal wieder der Sohnemann dran mit Wünschen und als Prym dann zum Contest bzgl. Prymamassador aufgerufen hat, dachte ich mir: Da mache ich mit, ich hab so eine Idee.
Eben #makeyourownstyle

Was habe ich mir überlegt? Einen Hoodie für den Teenie-Sohn und zwar als Schnitt-Modifikation eines Lieblingsschnittes von mir und ihm: Louis, DER Hoodie von Kibadoo!

Erschreckend musste ich aber erst mal feststellen, dass ich von Kids 164 direkt auf Männer M schwenken musste. Okay, dann erst mal abpausen.

Aber der Schnitt sollte nicht im Original bleiben: ich habe mir gedacht, da geht noch was!
Ziel war nicht ein einfarbiges oder gemustertes Teil, sondern gemixt aus schönen Farben, etwas geometrisch gestyles. Cool, modern, teenietauglich!


Also habe ich erst mal Stoffe verschiedener Wunschfarben besorgt. Es sollte ein Sweat sein und da ist dann schon darauf zu achten, das die verschiedenen Stoffe die gleiche Qualität haben: den gleichen Elasthan-Anteil, die gleiche Stoff-Dichte/Schwere und auch der gleiche Griff. Sonst lässt sich ein mixen nicht gut realisieren: dann dehnen sich die Stoffe vielleicht zu stark oder auch zu schwach und dann können sich die Nähte wellen. Also darauf müsst ihr unbedingt achten.



Habt ihr alle Material und den Schnitt zusammen, dann müsst ihr Euch überlegen, wie ihr das Design gestalten möchtet: eine diagonale Naht über das Vorderteil? die Ärmel vielleicht gemixt?
Ich habe mich dazu entschieden, dass ich über alle Stoffteile ein Dreieck laufen lassen möchte. Das habe ich mir erst mal in einer Schnittkonstruktion aufgezeichnet. Da ist ganz gut, dass es oft auch technische Zeichnungen gibt, da kann man dann schön die Proportionen einzeichnen, welche man dann am Ende auch auf die Schnittteile übertragen kann.

Steht das Design kann man es dann mit Hilfe eines Lineals und Stiftes auf die Schnittteile übertragen. Dann könnt ihr da abpausen oder auch ausschneiden. Ich schneide hier gerne und klebe es dann mit Masking Tape wieder zusammen.

Tatsächlich habe ich mehrere Versuche gebraucht, bis die Schnitteinteilung so passend war. bei der roten Linie war mir am Halsausschnitt dann zu wenig des einen Stoffes, so dass ich mich dann für die Kugelschreiberlinie entschieden habe.
Danach habe ich den Papierschnitt auseinandergeschnitten und auf die Stoffteile übertragen. Bitte immer dran denken, dass alle Teile mit Nahtzugabe zugeschnitten werden müssen!!! Sonst passt es am Ende nicht mehr zusammen.

Danach geht es ans nähen: natürlich ist es super wichtig, wenn es solch eine Dreieckspitze gibt, dass die auch ordentlich genäht wird, denn das ist schließlich mitten auf der Brust und für alle gut ersichtlich. Und nichts schlimmeres als wenn man merkt, dass der Hoodie selbstgemacht ist!
Auch wenn es total blöd ist, ist das beste Kompliment für einen Hobbyschneider wie ich es bin, doch immer noch: das sieht aber aus wie gekauft!

Also, gebt Euch Mühe! Daher zeige ich nun, wie ich das Dreieck bzw. die Einsätze genäht habe.
Ich habe mir ganz genau die Nahtlinie eingezeichnet, denn das ist bei der Spitze doch schon recht wichtig, dass hier akkurat gearbeitet wird:

1. Als erstes müsst ihr die Spitze beider Teile genau aufeinander stecken. Dann zuerst die eine Seite ganz genau und akkurat bis zum Ende zusammennähen.

2. dann schneidet ihr an der Spitze nur den unteren Stoff ein. Nur an der Nahtzugabe, aber wirklich bis fast zur genähten Naht. Der untere Stoff wird dann gedreht und wiederum genau auf der gezeichnet Naht weiter angenäht. Danach sieht das dann ganz ordentlich aus und es entsteht keine Falte und sieht akkurat aus

Ach so, obwohl ich Sweat immer mit der Overlock nähe, sind das die Nähte die ich mit der normalen Nähmaschine vornähe. Dh. im großen Gradstich wird alles zusammengesteppt und erst am Ende mit der Overlock zusammengenäht und dann auch gleich versäubert. Aber mit der normalen Maschine könnt ihr immer nochmals einfach auftrennen, wenn die Spitze nicht schön geworden sein sollte.
Kontrolliert vor dem Ovi-Nähen unbedingt, ob die Spitzen genau übereinander liegen!


Passt alles, könnt ihr das ganz gut mit der Ovi nähen. Fangt am besten an der Dreiecksspitze an und näht davon immer nach außen. Also Mitte nach links und ein zweites Mal dann Mitte nach Rechts. Die Oviraupe könnt ihr dann einfach in die Naht einziehen.
Nun könnt ihr die Ecken absteppen oder auch ihr lasst es offen und bügelt es nur gut aus.

So verfahrt ihr mit allen Teilen und dann sind auch die Stoffteile wieder so wie im Urspungsschnittmuster vorgesehen und ihr könnt danach der normalen Anleitung folgen.

Beim Schnittmuster könnt ihr eine Kapuze wählen oder einen Kragen. Da mein Sohnemann gerne Kragen trägt, haben wir uns dafür entschieden und mit schönen Ösen und einem selbestgemachten Band auch den Hoodie gleich noch aufgewertet.

Et voila! Auch für Teenies kann man cool nähen! Und sieht gar nicht selbstgemacht aus, oder?







Hoffe ich konnte Euch etwas inspirieren und ihr habt Lust auch solche eine Schnittmodifikation zu machen!
Geht wirklich nicht so schwer und mir schwebe noch ein paar Hoddies mit Diagonaler Stoffteilung vor. Mal sehen, ob das zeitlich diesen Winter noch hinbekomme.
Und weil mir das ganz so viel Spaß gemacht hat, möchte ich gerne diesen Beitrag beim prymambassador Contest einreichen. Drückt mir die Daumen, vielleicht habe ich ja Erfolg damit.


 Schnittmuster: PaLouis von Kibadoo mit dem Free-Add on bzgl. Kragen

Keine Kommentare: